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2017

1_Kurt-Hutton_Gallery-Wetzlar 2_Kurt-Hutton_Gallery-Wetzlar  Portrait Kurt Hutton Portrait Sarah M Lee Portrait Anatol Kotte

"From Strasbourg to London – From Hübschmann to Hutton" | "Tender are the Nighthawks" | "Hola Chicas!"

Kurt Hutton, Sarah M. Lee & Anatol Kotte

Die Leica Galerie Wetzlar präsentiert Werke von Kurt Hutton, Sarah M. Lee und Anatol Kotte.
„Die Menschen selbst müssen für den Fotografen etwas bedeuten, bevor er überhaupt in der Lage ist, eine ansprechende Ähnlichkeit zu erreichen.“

Als genauer Chronist und sensibler Porträtist zählt Kurt Hutton (1893–1960) zu den wichtigsten Pionieren des englischen Bildjournalismus. Nach einer kurzen Assistenz bei Germaine Krull eröffnete er mit seiner Frau 1921 in Berlin ein Porträtstudio, arbeitete jedoch zunehmend als Reportagefotograf. Mit der Leica fand er die für seine Bildgestaltung nötige Flexibilität und Mobilität. Seine Karriere als Bildjournalist startete um 1930 bei der Berliner Bildagentur Dephot von Simon Guttmann. Nach der Emigration nach England 1934 änderte er 1937 seinen Nachnamen von Hübschmann in Hutton. Er arbeitete für die Weekly Illustrated und ab Oktober 1938 gehörte er zu den ersten Mitarbeitern der Picture Post, die der ebenfalls aus Deutschland emigrierte legendäre Bildredakteur Stefan Lorant in London gründete. Bis 1950 erschienen über 900 Bildserien in der Picture Post. Ab 1951 lebte er in Aldeburgh und wurde dort der fotografische Biograf des Komponisten Benjamin Britten.

Sarah Lee war für ihre Serie „Tender are the Nighthawks“ immer wieder in den frühen Morgenstunden in London unterwegs und konzentrierte sich bei ihren Fotografien ganz bewusst auf einzelne Passanten: Müde Nachtschwärmer auf ihrem Weg nach Hause. Ob schwaches Dämmerlicht, blendende Scheinwerfer oder grelle Leuchtstoffröhren in den Bussen, Lee gelang es, mit der Leica CL die feinen Farb- und Tonnuancen der Nacht herauszuarbeiten. Das Fazit der Fotografin überrascht daher nicht: „Die CL hat sich dafür großartig geeignet. Sie hat geliefert.“ Sie schätzt das demokratische Miteinander, denn insbesondere in der Nacht ist es egal, woher man kommt oder zu welcher gesellschaftlichen Schicht man gehört. Alle sind durch einen einfachen Nenner miteinander vereint: dem Wunsch möglichst schnell nach Hause und ins Bett zu kommen.

Anatol Kotte präsentiert mit seiner Serie „Hola Chicas!“ wie aufregend ein Tag im Leben des viel beschäftigten Fernsehstars und Medienlieblings Jorge González sein kann. „Die Kamera habe ich dabei bis zum Anschlag ausgereizt. Schwierigste Lichtverhältnisse galt es zu beachten. Doch alles war möglich und die Kamera perfekt.“ Anatol Kotte, bekannt für seine eindringlichen Portraits von Schauspielern, Musikern oder Politikern, hat Jorge González einen Tag lang begleitet – entstanden ist eine wunderbare, vielschichtige Serie, die nicht nur den Star in der Öffentlichkeit zeigt, sondern auch den Blick auf den Menschen hinter seinem Medienbild eröffnet.

Besonderer Dank geht an das Hulton-Archiv (Getty Images, London), durch dessen Unterstützung diese Ausstellung realisiert werden konnte. Kurt Hutton: Pioneer of Photojournalism.

 

2017

Huber Jens Umbach Yvonne von Schweinitz

Huber, Umbach, von Schweinitz

Die Leica Galerie Wetzlar präsentiert vom 6. September bis zum 20. November 2017 die Ausstellung „Dieter Huber, Jens Umbach und Yvonne von Schweinitz“

Verbunden durch einen sozialkritischen Aspekt steht in allen drei Bildserien Afghanistan im Fokus.

Dieter Huber - STRIKE

„Als Künstler habe ich auch den Auftrag sozial relevante Themen zu bearbeiten, einen Blick auf das scheinbar Unbedeutende, Randständige und Verdrängte zu werfen und in einer ästhetisch hochwertigen, zeitgenössischen und individuellen Interpretation in die Gesellschaft zurückzuspiegeln.“

Dieter Huber wurde 1962 in Schladming, Österreich geboren. Studium von Bühnenbild, Kostümentwurf und Theatermalerei an der Hochschule Mozarteum Salzburg in den Jahren 1980–1985. Der Künstler gilt als Pionier der computergenerierten Kunst. In seinen Arbeiten befasst er sich immer wieder mit sozial relevanten Inhalten. Seine Werkzyklen in verschiedenen künstlerischen Techniken wurden vielfach ausgestellt. Huber lebt in Salzburg und Wien.

Jens Umbach - Afghanistan

„Ich möchte ein entschleunigtes und reflektiertes Betrachten ermöglichen, das sich durch die Porträts der Menschen annimmt und nicht des Krieges selbst.“

Jens Umbach, 1973 in Homberg/Efze geboren, Kommunikationsdesign-Studium an der Fachhochschule Darmstadt; Umzug nach New York. Seit 1999 freier Fotograf; seine Arbeiten erschienen u. a. in der British Vogue, brand eins, im New Yorker und Zeit-Magazin. Er realisierte Fotokampagnen für IBM, Mercedes Benz und American Express. Er lebt und arbeitet in Hamburg und New York.

Yvonne von Schweinitz - Gesichter Afghanistans

Yvonne von Schweinitz (1921–2015), geboren als ältestes Kind von Graf Albert von Kanitz in Danzig, wuchs zunächst in Westpreußen auf. In den 30er-Jahren siedelte die Familie über Berlin nach Cappenberg um. Während ihres Studiums der Romanistik und Kunstgeschichte in den 50er-Jahren in Freiburg begann von Schweinitz mit dem Pressefotografen Willy Pragher zusammenzuarbeiten. Zudem war sie als Übersetzerin tätig. Ihre erste große Reise führte die Fotografin 1952 nach Marokko, ein Jahr später war sie sieben Monate im Nahen Osten unterwegs. 1957 heiratete sie Victor von Schweinitz, mit dem sie u. a. nach Thailand und Südamerika reiste. Ihre Reportagen wurden in den letzten Jahren wiederentdeckt und vielfach ausgestellt.

 

2017

JESSE DIAMOND

White Noise

Jesse Diamond

„Eine Fotografie ist das Ergebnis eines jeden vergangenen Moments im Leben des Fotografen, bewusste sowohl als unterbewusste, die ihn zu der Person gemacht haben, die er war, als er auf den Auslöser drückte.“

Seine Bildgeschichten wirken oft rätselhaft und doch fasziniert jede Aufnahme des US-amerikanischen Fotografen durch ihre ungewöhnliche Komposition. Geprägt durch die Strahlkraft der kalifornischen Sonne und die unendlichen Strände, überrascht es daher kaum, mit welcher Intensität er Lichtphänomenen und Wassertexturen in seinen Bildern nachspürt. Dazukommen viele scheinbar zufällig festgehaltenen Momente des städtischen Alltags, wobei Diamonds Blick auf seine Zeitgenossen von großer fotografischer Experimentierfreude bestimmt wird – oftmals lohnt ein zweiter Blick. Auffällig sind in der mit einer Leica M6 erarbeiteten Schwarzweißserie White Noise, weißes Rauschen, die grafischen, fast gänzlich abstrakten Strukturen und Flächen – das Motiv scheint bisweilen fast aufgelöst – neben überraschenden Details. Dabei leben alle Motive von der einzigartigen Darstellung einer unterschwelligen Spannung zwischen Ruhe und Dynamik. Diamonds Bilder entwickeln sich aus der Denkweise eines Dokumentarfotografen. Das ermöglicht es ihm, kombiniert mit einem intuitiven filmischen Stil, kompromisslose Bilder zu schaffen: „Ich konzentriere mich auf die Momente des realen Lebens und suche nach den seltenen Begebenheiten, die sich mit Worten nicht beschreiben lassen.“ Die früheste Aufnahme dieser Bildserie entstand bereits 1999 bei einem Aufenthalt in Indien und zeigt aus fotografischer Fernsicht an einem Küstenstreifen zwei Gruppen von jeweils vier Männern, wobei die Bildkomposition von den horizontal verlaufenden Strand- und Wasserflächen bestimmt wird. Ein ganz typisches Bild der Serie, die im Wesentlichen von 2005 bis 2011 entstand. „Ich liebe den Look des weißen Raums und die Art, wie das Thema aus der Mitte der Bilder herauswächst. Das ist der eigentliche Fokus: Dinge in einer Landschaft, die von weißem Licht herausgewaschen werden. Daher erscheint mir der Titel White Noise als sehr passend.“

Jesse Diamond, geboren 1970 in Los Angeles besuchte die Cal Arts University, an der er als Musiker ausgebildet wurde und als zweites Fach Bildende Kunst studierte. Inspiriert von einer Reise nach Afrika im Jahr 1995, fasste er den Entschluss, sich ganz auf die Fotografie zu konzentrieren. Seine Karriere als professioneller Fotograf ist so vielfältig wie seine Themen. Neben seinen künstlerischen Einzelprojekten arbeitet er auch als Auftragsfotograf. 2004 wurde Diamond als Fine Art Photographer des Jahres von den International Photography Awards ausgewählt. Im Jahr 2012 war er Mitgründer von eyeist.com, ein online Portfolio-Review-Service für Fotografen. Jesse Diamond lebt in Los Angeles.

 

2017

Clementine_Schneidermann_01_Newcommer_Winner-2016.jpg Clementie_Schneidermann_02_Newcommer_Winner-2016.jpg Clementie_Schneidermann_03_Newcommer_Winner-2016.jpg Scarlett_Cotten_01_Winner-2016.jpg Scarlett_Cotten_02_Winner-2016.jpg Scarlett_Cotten_03_Winner-2016.jpg

Winners and Finalists

Leica Oskar Barnack Award

Die französische Fotografin Scarlett Coten wurde für ihre Bildserie „Mectoub“ mit dem Leica Oskar Barnack Award 2016 ausgezeichnet. Sieger des Nachwuchspreises ist die Fotografin Clémentine Schneidermann mit dem Fotoprojekt „The Unbearable, the Sadness and the Rest“.

Die Gewinnerin der Kategorie „Leica Oskar Barnack Award“ ist Scarlett Coten mit ihrer beeindruckenden Serie „Mectoub“. In ihrer Bildserie beleuchtet die französische Fotografin Rollen- und Männlichkeitsbilder in der arabischen Welt. Ihre Porträts lenken den Blick auf die Brüche zwischen gesellschaftlicher Konformität und individueller Sehnsucht. Im Zuge des Arabischen Frühlings begann sich Scarlett Coten mit verschiedenen Aspekten der sich verändernden Gesellschaften in Nordafrika und im Nahen Osten zu beschäftigen. Aus der Perspektive eines weiblichen Kamerablicks gelang es ihr, sehr direkte Porträts der von ihr fotografierten Männer zu inszenieren. Mit „Mectoub“, einem Wortspiel aus dem arabischen „maktub“, das für das schicksalhafte „Es ist geschrieben, …“ steht, und dem französischen „mec“, das umgangssprachlich freundlich „den Macker“ bezeichnet, gelingt es Coten, das traditionelle Männerbild der arabischen Welt subtil zu hinterfragen. Die Hauptkategorie des Leica Oskar Barnack Awards ist mit 25.000 Euro sowie einer Kameraausrüstung des Leica M-Systems im Wert von 10.000 Euro dotiert.

Den diesjährigen „Leica Oskar Barnack Award Newcomer“ erhält die Fotografin Clémentine Schneidermann für ihre Serie „The Unbearable, the Sadness and the Rest“. Vor knapp einem Jahr zog die in Paris geborene Fotografin nach Abertillery in Südwales. Sie hatte bereits ihr Studium in Newport abgeschlossen und begann im Rahmen eines Residenzprogramms, sich intensiv mit der Lebenssituation in der Region zu beschäftigen. Landschaftlich zwar äußerst reizvoll, belasten die Gegend jedoch enorme wirtschaftliche und soziale Probleme. Nach dem Ende des Kohlebergbaus stecken die Gemeinden der South Wales Valleys in einer postindustriellen Krise. Das Fotoprojekt „The Unbearable, the Sadness and the Rest“ verbindet in sehr ungewöhnlicher Weise die Stilmittel von Dokumentar-, Porträt- und Modefotografie. Als Gewinnerin des „Leica Oskar Barnack Awards Newcomer“ erhält Clémentine Schneidermann ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro und eine Leica Messsucherkamera.

Im Jahr 2016 wurden neben den beiden Hauptkategorien erstmals auch weitere zehn Finalisten mit jeweils 2.500 Euro prämiert: Sadegh Souri, Stéphane Lavoué, William Daniels, Giulio Piscitelli, Vincent Delbrouck, Fulvio Bugani, Esther Teichmann, Guillaume Herbaut und Juan Pablo Bellandi.

Weitere Informationen auch unter www.leica-oskar-barnack-award.com

 

2017

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Leica Hall of Fame

Joel Meyerowitz

„Ich denke, dass alles, was du auf der Straße siehst, ein Geschenk ist. Aber du bekommst es nur, wenn du auch jeden Tag da rausgehst.“

Ohne Zweifel gehört Joel Meyerowitz zu den renommiertesten Vertretern der Street und Farbfotografie in den USA. Wie kaum einem anderen gelingt es ihm immer wieder, aus dem überbordenden Gewirr des Alltags überraschende und oft sehr kuriose Momente herauszupräparieren. Die in Bruchteilen von Sekunden erkannten Motive präsentieren sich dabei stets als perfekt gestaltete Kompositionen, ganz gleich ob sie in Schwarzweiß oder in Farbe aufgenommen wurden. Der entscheidende Auslöser für Meyerowitz’ Entschluss, Fotograf zu werden, war seine Begegnung mit Robert Frank Anfang der 1960er-Jahre. Den damals schon berühmten Fotografen hatte der Vorgesetzte Meyerowitz’, der zu dieser Zeit noch in einer Werbeagentur als Artdirector arbeitete, gebucht, um für ein von Meyerowitz gestaltetes Booklet zu fotografieren. Nach der Beobachtung des großen Vorbilds stand für Meyerowitz der Entschluss fest, sich selbst der Street Photography zu widmen. In den folgenden Jahren fotografierte er auf den Straßen von New York, dort fand er das nötige Spannungsfeld für die genaue Beobachtung des Lebens und der Menschen in der Großstadt. Ab1962 fotografierte Meyerowitz zunächst in Farbe, nach einem Jahr verwendete er auch Schwarzweißmaterial. Die in New York trainierte Vorgehensweise verfeinerte er 1966/67 auf einer langen Reise quer durch Europa. In verschiedenen Ländern und vor allem in vielen Städten entstanden bekannte Aufnahmen, die bis heute zu den unverwechselbaren Motiven des Fotografen gehören. Zurück in den USA wurde die Farbe in den folgenden Jahren noch wichtiger für Meyerowitz, zahlreiche seiner legendären Motive stammen aus dieser Zeit. „Wenn ich die Kamera in meiner Hand halte, denke ich oft, dass sie wie eine Wünschelrute ist. Sie führt mich. Wenn ich sie bei mir habe, ist sie für mich wie die Lizenz zum Sehen.“

Geboren 1938 in New York, aufgewachsen in der Bronx, studierte Joel Meyerowitz zunächst Malerei und war danach als Artdirector tätig. Er begann 1962 mit Kleinbildfotografie in Farbe, entdeckte eins Jahr später auch Schwarzweiß für sich, bevor er später ganz dem erzählerischen Reichtum der Farbe vertraute. New York blieb sein Lebensthema, von den frühen Arbeiten aus den 1960er-Jahren bis zu den bewegenden 9/11-Motiven, die bei den Aufräumarbeiten am Ground Zero entstanden. Meyerowitz lebt und arbeitet in New York und in der Toskana.

 

2016

LHoFA - Ara Güler - Das Goldene Horn LHoFA - Ara Güler - Portrait Ara Güler - Children playing at Trophane (960x640)

Leica Hall of Fame

Ara Güler

„Istanbul ist meine Stadt. Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Ich bin noch immer da.“

Maler, Schauspieler, Fotografen, Musiker: Während seiner langen Karriere ist eine beeindruckende Porträtgalerie bedeutender Künstler und Zeitgenossen zusammengekommen, doch der eigentliche Star war für Ara Güler immer Istanbul. Ohne seine Aufnahmen wäre unsere fotografische Vorstellung von Istanbul kaum vorhanden. Wie kein anderer hat er seit den 1950er-Jahren den Trubel der Großstadt, aber auch das verborgene Alltagsleben der Bewohner dieser Metropole am Bosporus mit seiner Leica dokumentiert und in atmosphärisch dichten Aufnahmen komponiert. Seine Bilder sind Symphonien aus Häusern, Läden, Straßen, Brücken, aber auch Schiffen und Wolken, die den Blick des Betrachters immer wieder in die Ferne locken. So wurde -Güler auch der Chronist der Veränderungen, denn wie kaum eine andere Großstadt befindet sich Istanbul in einem fortwährenden rasanten, nicht immer menschenfreundlichen Veränderungsprozess. Umso schmerzlicher zeigen daher seine Aufnahmen auch den Verlust von gewachsener Architektur und traditioneller Lebensweise. Kein Wunder, dass der bedeutendste Fotograf der Türkei auch gern als „visueller Historiker“ bezeichnet wird. Noch treffender ist jedoch der Ehrentitel „das Auge Istanbuls“.

Ara Güler wurde am 16. August 1928 im Istanbuler Stadtteil Taksim als Sohn eines angesehenen Apothekers armenischer Abstammung geboren. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaft entschied sich Güler für eine Karriere als Bildjournalist. Nach ersten Arbeiten für Istanbuler Zeitungen war er schnell auch international gefragt. Güler fotografierte mit seiner Leica in der ganzen Welt, gestaltete Reportagen und Auftragsarbeiten für die wichtigsten internationalen Magazine, doch Istanbul blieb sein unerschöpfliches Reservoir für immer neue Bildentdeckungen.

 

2016

Les Invisibles-Elle Fanning_Julien Mignot_Camille Rousseau Les Invisibles-George Clooney_Julien Mignot_Camille Rousseau Silenzio_Francois Fontaine Silenzio_Francois Fontaine Mary Ellen Mark_Nicole Kidman Mary Ellen Mark_Salem

Im Licht der Scheinwerfer

Mary Ellen Mark | François Fontaine | Julien Mignot

In der Ausstellung „Im Licht der Scheinwerfer“ präsentieren wir beeindruckende Aufnahmen der drei renommierten Fotografen Mary Ellen Mark (Behind the Scenes), François Fontaine (Silenzio!) und Julien Mignot (Les Invisibles). Freuen Sie sich auf faszinierende Bilder, die das Genre Film auf einzigartige Weise darstellen, und berühmte Schauspieler wie zum Beispiel Marlon Brando, Brad Pitt, Nicole Kidman und Liza Minelli festhalten.

Mary Ellen Mark
Behind the Scenes
„Ich habe die Arbeit der Größten der Großen beobachtet und sie haben mich inspiriert.“

Seit Ende der sechziger Jahre hat Mary Ellen Mark (1940- 2015) immer wieder auf Filmsets gearbeitet. Manchmal im Auftrag eines Magazins, aber zumeist wurde sie als „Special Stills Photographer“ gebucht, um für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Filmstudios Motive aus der laufenden Produktion aufzunehmen. So konnte sie für Tage, manchmal auch für Wochen das Entstehen von vielen heute legendären Filmen begleiten. Beispielsweise war Mark 1974 bei den Dreharbeiten zu „Einer flog über das Kuckucksnest“ in Salem, Oregon genauso dabei wie 1976 bei „Apocalypse Now“ auf den Philippinen oder 1982 bei „Rumble Fish“ in Tulsa, Oklahoma. Ihre Aufträge führten sie immer wieder nach Europa und auch hier konnte sie bedeutende Regisseure wie Federico Fellini oder François Truffaut und Schauspieler wie Catherine Deneuve oder James Cagney bei der Arbeit beobachten. „Ich fühle mich sehr glücklich auf so vielen Filmsets gearbeitet zu haben. Ich habe beobachtet wie die größten Direktoren die besten Schauspieler angeleitet haben. Ich habe brillante Kostümdesigner und Bühnenbildner bei der Arbeit gesehen und wie wunderbar geschriebene Skripte in magisches Kino übersetzt wurden.“

Mary Ellen Mark zählt zu den renommiertesten US-amerikanischen Dokumentarfotografinnen. Die Film-Fotografien sind ein wichtiger Teil in ihrem Werk, aber ebenso interessierte sie sich auch für Obdachlose, Drogendealer in den USA oder Prostituierte in Indien. Mark arbeitete mit ihrer Leica fast ausschließlich in Schwarzweiß, dabei in klarer, direkter Bildsprache meist an den Rändern der Gesellschaft. Sie fotografierte immer mit großem Respekt und Empathie, egal ob in der Welt des Films oder in der gesellschaftlichen Realität. Francis Ford Coppola würdigte sie folgendermaßen: „Ihre Bilder waren immer ungewöhnlich und schön, genauso wie sie selbst.“

Mary Ellen Mark wurde 1940 in Philadelphia geboren, studierte Kunst und Kunstgeschichte und begann 1963 zu fotografieren. Von 1976 bis 1981 war sie Mitglied der Agentur Magnum. Ihre Arbeit wurde mit den renommiertesten Preisen ausgezeichnet und ist in zahlreichen Bildbänden veröffentlicht. 2015 starb sie in New York.

Julien Mignot
Les Invisibles
„Mit unseren Arbeiten erforschen wir das, was sich im Licht der Scheinwerfer verbirgt: die Geschichte hinter der Aura.“

Was zeigt ein Porträt? Gibt es etwas hinter der Oberfläche, das der Betrachter zwar spürt, aber nicht sehen und benennen kann? Diesen Fragen ist der französische Fotograf auf der Spur, wenn er seine schwarzweißen Aufnahmen gemeinsam mit der Künstlerin Camille Rousseau bearbeitet und die sensiblen Porträts somit zu vielschichtigen Bildern mit geheimnisvollen Botschaften werden. Rätselhafte Zeichen, zarte Lichtspuren, transparente Gebilde legen sich um und über die Motive, ergänzen die Bilder und lassen individuelle Charakterstudien der Porträtierten hervortreten. Dass es sich um prominente Filmstars handelt, die hier gezeigt werden, gibt dem Projekt eine zusätzliche Ebene. Denn gerade die Stars, die stets im Rampenlicht stehen, wissen sehr genau, wie sie gesehen werden und was sie von sich preisgeben wollen. Die Fotografien Mignots spielen mit diesem komplexen Verhältnis des Oberflächlichen und des Nichtsichtbaren. Mit der grafischen Überarbeitung überschreiten Mignot und Rousseau die Grenzen des Mediums und gelangen zu neuen, erweiterten Bereichen der Visualisierung. Die Porträts erscheinen im wahrsten Sinne des Wortes übersinnlich.

Die Serie „Les Invisibles“ fotografierte Julien Mignot mit der Leica M-P240, dem Summilux-M 1:1.4/21 und 50 mm Asph und dem Summicron-M 1:2/35 mm Asph.

Julien Mignot (*1981) lebt in Paris. Er arbeitet für zahlreiche internationale Magazine, vor allem im Bereich der Musikfotografie. Das Projekt „Les Invisibles“ brachte ihn zum Film – die Bilder entstanden 2015 während der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Für den New Yorker entstanden Porträts der Filmstars, die mit Zeichnungen der französischen Künstlerin Camille Rousseau (*1980 )kombiniert wurden. Sie studierte Grafikdesign und spezialisierte sich auf Film­ und 3­D­Animation. Ihren Masterabschluss machte sie am Londoner Central Saint Martins College of Art and Design.

François Fontaine
Silencio!
„Mich interessiert das, was die Fotografie in der Vorstellungswelt des Betrachters auslöst. Ich habe versucht, die Gesetzmäßigkeiten des Filmemachens, die Archetypen des Films und seine Darstellungsformen zu erkunden.“

Keine Geringeren als Alfred Hitchcock, Wim Wenders und Pedro Almodovar standen Pate, als François Fontaine seinen lang gehegten Wunsch realisierte, eine Arbeit über das Kino zu machen. Für seine Fotostrecke Silenzio! hat er zahllose Filme gesichtet, ganz persönliche Lieblingsfilme und solche, die Geschichte schrieben. Dabei hat er ikonenhaft komponierte Filmstills gefunden ebenso wie kunstvoll ausgeleuchtete Sets. Im Untertitel nennt der französische Fotograf seine Bildserie Mémoires du cinema und meint damit – auf die Filmgeschichte bezogen – die eigene, persönliche Erinnerung und das kollektive Gedächtnis gleichermaßen. Feinsinnig stellt er mit seiner Serie die Wahrheit auf die Probe, die Wahrnehmung von Erinnerung und Wirklichkeit. Und so provoziert die Unschärfe in seinen Bildern, ihre stimmungsvoll inszenierte Schemenhaftigkeit ein fahriges, unstetes Suchen im Filmgedächtnis des Betrachters und lässt zugleich zahlreiche Assoziationen außerhalb der Kinoleinwand zu. Zeitlos, verschwommen, wie aus einem Traum, an den man sich nur mehr bruchstückhaft erinnern kann, schleichen sich Fontaines Fotografien in das Auge des Betrachters. Fontaine hat die Motive mit einer CM, einer der letzten analogen Kompaktkameras von Leica, vom Bildschirm abfotografiert. Je einen Sekundenbruchteil lang. Entstanden sind Filmstills – voller Erinnerungen, kinematografischer Zitate und traumverlorener Assoziationen.

François Fontaine wurde 1968 in Paris geboren. Er beginnt während des Kunstgeschichtsstudiums zu fotografieren. Zahlreiche Fotoreisen nach Südostasien. 1997 wird seine Arbeit Phnom-Penh Jails mit dem Kodak-Preis für kritische Fotografie ausgezeichnet. Von 1998 bis 2002 lebte er in Spanien. 2005 Residenz im Guangdong Museum of art of Guangzho, Finalist Leica Oskar Barnack Preis 2005. Zahlreiche Ausstellungen. 2011/12 entsteht die Serie Silenzio!, die 2012 erstmals präsentiert wurde.

 

2016

Elliott Erwitt - Paris 1989 Elliott Erwitt - California 1955 Elliott Erwitt - NYC 2000

Personal Best for Leica

Elliott Erwitt

„Ein Bild sollte man anschauen – nicht darüber reden“

Elliott Erwitt gilt als einer der bekanntesten Fotografen weltweit. Seine Arbeiten, die meist in schwarzweiß gehalten sind und neben prominenten Persönlichkeiten auch denkwürdige Momente der Zeitgeschichte zum Gegenstand haben, gelten als moderne Meisterwerke der Fotografie. Als bekennender Hundeliebhaber spielen die Vierbeiner eine besondere Rolle in seinen fotografischen Werken. Zudem gilt der feine Humor von Elliott Erwitt, der sich in vielen seiner Bilder widerspiegelt, als sein Markenzeichen.

Am 26. Juli 1928 wurde Elliott Erwitt als Sohn russischer Einwanderer in Paris geboren und verbrachte seine Kindheit in Mailand. 1939 emigrierte die Familie über Frankreich in die USA. Seine Jugend verbrachte Erwitt in Los Angeles, wo er Interesse für die Fotografie entwickelte und in einem Fotolabor arbeitete. 1948 zog Erwitt nach New York City, um an der „New School for Social Research“ Film zu studieren. In diesem Jahr begegnete er den berühmten Fotografen Edward Steichen und Robert Capa. 1951 wurde er zum Militär einberufen und war dort auch als Fotograf tätig.

Erst 1953 begann Elliott Erwitt für die unabhängige Fotografenagentur Magnum Photos zu arbeiten. Die Agentur wurde 1947 von den vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David Seymour und George Rodger in Paris gegründet. Ein Jahr später war Erwitt bereits Vollmitglied der Agentur und übernahm von 1966 bis 1969 die Funktion des Magnum Präsidenten. Während dieser Zeit arbeitete er als Freelancer für verschiedene Magazine, wie „Collier’s“, „Look“, „Life“ und „Holiday“. Er porträtierte viele Prominente, wie Marlene Dietrich, Jacqueline Kennedy, Marilyn Monroe, aber auch Fidel Castro und Che Guevara. In den Jahren 1974 und 1980 fungierte er noch einmal als Vizepräsident von Magnum.

Die Ausstellung “Personal Best for Leica” ist ein Zeugnis der Jahrzehnte alten Freundschaft zwischen dem Fotografen und seiner Leica Kamera.

 

2016

Oliver Brachat_1 Oliver Brachat_2

Oliver Brachat - Street Food Photography

„Street Food weckt Sehnsucht und Fernweh. Es erinnert an vergangene Reisen, an tolle Menschen und Begegnungen mit anderen Kulturen“, so Oliver Brachat

In den Werken des erfolgreichen Food- und Still-Life-Fotografen aus Düsseldorf spiegeln sich seine beiden Leidenschaften wider: der Herd und die Fotografie. Die Ausstellung „Street Food“ lässt den einmaligen Geschmack authentischen Essens aus den verschiedensten Ländern aufleben. Zugleich untermalen die Bilder, dass nicht nur der Geschmack, sondern auch das Arrangement und die Ästhetik einer Mahlzeit entscheidend sind.

Der berufliche Werdegang von Oliver Brachat beginnt mit einer Berufsausbildung zum Koch. Es folgten einige Jahre in der deutschen Spitzengastronomie. Mitte der 90er Jahre verschlägt es ihn in die USA, wo er in verschiedenen Top-Restaurants arbeitete. Zurück in Deutschland bewirbt er sich um eine Stelle im Fotostudio Christian Teubner. Hier kann er seine Leidenschaften – das Kochen und die Fotografie – perfekt verbinden. Er arbeitet als selbstständiger Food-Stylist, ist für internationale Fotoagenturen tätig und veröffentlicht erste Kochbücher mit eigenen Rezepten und Food-Aufnahmen. Mittlerweile arbeitet er erfolgreich für verschiedene Verlage, Magazine und für die Werbung. Von ihm fotografierte Kochbücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Die Aufnahmen für das Buch „Street Food Homemade“ von Torsten Hülsmann und Antonio Buntenkötter machte Oliver Brachat mit einer Leica S. Das Buch erscheint im Hölker Verlag.

 

2016

Till Brönner - 1 Till Brönner - 3 Till Brönner - 5 Till Brönner - Markus Lüpertz Till Brönner - Lenny Kravitz Till Brönner - Maad Moiselle

Faces & Places

Till Brönner

„Meine These ist, dass man Talent und Vision in den Augen sieht. Deshalb stehen sie klar im Vordergrund.“

Im Jazz spielt Improvisation eine wichtige Rolle – den Moment nutzen, spontan sein. „Dieser Plan B ist ein zentraler Bestandteil“, erklärt Till Brönner. Der Trompeter, Sänger und Komponist hat Lust, sich immer neu auszuprobieren. Und das betrifft nicht nur die Musik. Auch als Fotograf zeigt sich Brönner oftmals von seiner spontanen Seite: „Je kürzer die Session, umso besser das Ergebnis. Das bedeutet: intensive Vorbereitung oder Reduktion aufs Wesentliche.“ Im Fokus stehen dabei häufig Musiker oder andere Künstler, denen der Jazz-Trompeter bei seiner Arbeit begegnet. Fünf Bilder, manchmal zehn – so entstehen die Schwarzweißporträts nach einem Auftritt, einem gemeinsamen Interview, einem Abendessen. Auf seinen Tourneen ist die Kamera zu seinem ständigen Begleiter geworden, mit ihr fängt er ein, was ihm wichtig ist: „Ein Rahmen, ein Gesicht ohne zu viel Drumherum oder Haare, lenkt den Blick unweigerlich auf die Augen. Man muss den Menschen aber noch erkennen. Am liebsten ist mir ein ‚Erkennen auf den zweiten Blick‘, das dann umso freudiger ist.“ Mit einer ähnlichen Konzentration und Intensität widmet er sich auch den Orten, die er bereist und auch in seiner Streetphotography ist es ihm wichtig, sich nicht stilistisch festlegen zu müssen, offen zu sein, für alles, was kommt: „Streetphotography ist ein wunderbarer Kontrast zur Portraitfotografie, hier der Beobachter, auf der anderen Seite der Inszenierer.“

Till Brönner wurde 1971 in Viersen geboren. Nach einer klassischen Ausbildung folgte das Studium der Jazz-Trompete an der Hochschule für Musik in Köln. Neben seiner internationalen Solokarriere ist Brönner seit 2009 Professor an der Musikhochschule Dresden. 2014 erschien sein erstes großes Fotografiebuch „Faces of Talent“ bei TeNeues. Till Brönner lebt in Berlin und Los Angeles.

 

2016

Rolf Sachs_Zug Vernissage Rolf Sachs

Rolf Sachs - Camera in Motion: von Chur nach Tirano

Die Ausstellung „Camera in Motion: von Chur nach Tirano“ beinhaltet Momentaufnahmen der spektakulären Landschaft des zum UNESCO-Welterbe erklärten Streckennetzes Albula/Bernina.

Die Ausstellung „Camera in Motion: von Chur nach Tirano“ beinhaltet Momentaufnahmen der spektakulären Landschaft des zum UNESCO-Welterbe erklärten Streckennetzes Albula/Bernina.

Ende 2012 beginnt Rolf Sachs über den Zeitraum von einem Jahr die Landschaftselemente der Rhätischen Eisenbahnlinie aus dem Fenster eines fahrenden Zuges abzulichten. Mithilfe seiner Leica S Kamera gelingt es ihm, vorbeiziehende Häuserfassaden, Züge und Wälder - trotz hoher Geschwindigkeit des fahrenden Zuges - in außergewöhnlicher Qualität festzuhalten und so verschiedene Kulissen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu dokumentieren. Als Einzelfotografien sind Rolf Sachs‘ Arbeiten festgehaltene Momente eines flüchtigen Augenblicks. Im Gesamten offenbaren sie die unweigerliche Abfolge der Zeit, die sich in der Geschwindigkeit der Reise und im Wechsel der Jahreszeiten wiederspiegelt. Die Fotografien schweben zwischen Abstraktion und Realität und zeichnen sich durch den Kontrast von anvisiertem Objekt und vorbeiziehender Landschaft aus, was ihnen eine starke malerische Komponente verleiht.

Rolf Sachs wurde 1955 in Lausanne, Schweiz, geboren. Er studierte in England und den USA. Seit seiner frühesten Jugend von der ihn umgebenden Kunst inspiriert, wurde er in den späten achtziger Jahren selbst zum Künstler. Seine Tätigkeit umfasst Fotografie, Skulptur, Set-Design und Installation. Inspiriert von alltäglichen Objekten und ihrer Materialität, sucht er in ihnen das Außergewöhnliche und Unkonventionelle, um sie in seinen multidisziplinären Arbeiten in einer konzeptionellen Sprache zum Vorschein zu bringen.

Die Bilder können käuflich erworben werden. Preisangaben sind auf Anfrage erhältlich.

Zusammen mit der Fotoausstellung wird die Skulptur „gaudi“ aus der Serie „typisch deutsch?“ präsentiert: ein etwa vier Meter langer Holzschlitten. Rolf Sachs, von der Vielfältigkeit der deutschen Kultur inspiriert, widmete sich für die Einzelausstellung ‚typisch deutsch?“ im Museum für Angewandte Kunst in Köln den „typisch deutschen“ Besonderheiten und hat diese auf vielfältige, subtile und zuweilen humorvolle Weise in Form von ungewöhnlichen Objekten interpretiert.

 

2015

Fred Mortagne Fred Mortagne-2 Stefano Guindani Stefano Guindani-3 Struth Guy Tillim

STRUTH–TILLIM–MORTAGNE–GUINDANI

Vier Positionen zeitgenössischer Fotografie

„STRUTH–TILLIM–MORTAGNE–GUINDANI - Vier Positionen zeitgenössischer Fotografie“ ist eine Auswahl aus vier Projekten der Leica Fotografen Thomas Struth, Guy Tillim, Fred Mortagne und Stefano Guindani. Sie alle haben mit der neuen spiegellosen Systemkamera Leica SL gearbeitet und deren Leistung hinsichtlich Geschwindigkeit, Bildqualität und Vielseitigkeit für ihre Fotostrecken auf ganz individuelle Art genutzt.

Thomas Struth, bekannt für seine großformatigen konzeptionellen Museumsinterieur-, Architektur- und Naturserien, überrascht mit seinem jüngsten Projekt, bei dem die Musik im Mittelpunkt steht. Entstanden sind die Aufnahmen während einer Musikproduktion im Konzertsaal der Abtei Marienmünster. Dort porträtierte Struth den Gitarristen Frank Bungarten und den Tonmeister Werner Dabringhaus und vermittelt eindrücklich die Atmosphäre konzentrierter musikalischer Arbeit. Ergänzt wird das Projekt durch Fotografien des barocken Innenraumes der Abteikirche. Struth lenkt den Blick nicht nur auf das barocke Inventar der menschenleeren Kirche, sondern auch hier auf die stille Konzentration. Präzise erkundet er den Raum, entdeckt mit den von ihm gewählten Ausschnitten den Ort neu, interpretiert ihn mit seiner fotografischen Bildsprache. Ganz subtil verdeutlicht sich so die Nähe von Musik und Bild, indem Komposition, Variation und Interpretation als gemeinsame Konstante thematisiert werden.

Guy Tillim richtet seit Längerem sein fotografisches Augenmerk intensiv auf Stadt-Landschaften. Dabei steht nicht das fotografierte Motiv im Vordergrund, sondern der Versuch, ihm unvoreingenommen zu begegnen. So entstehen Bilder, die wahrhaftig sind, indem sie weder Klischees zeigen noch krampfhaft vermeiden. Den schnellen Zugang verwehrt Tillim. Er möchte in seinen Werken keine einfachen Wege zum Motiv aufzeigen, der Betrachter muss sie selbst und für sich finden. Angelegt in Diptychen, bricht die Arbeit die Komposition des einzelnen Bildes und zeigt einen Ausblick, nicht etwa auf die Gedanken in Tillims Kopf, sondern auf das, was tatsächlich vor ihm sichtbar ist – mitten in Berlin.

Fred Mortagne, in der Szene besser bekannt als „French Fred“, ist in der Skateboard-Fotografie eine singuläre Erscheinung. Während sich das Gros der Sportfotografen auf die athletische Leistung und die spektakulärsten Tricks konzentriert, erzeugt Mortagne allein dadurch, dass er fast ausschließlich in Schwarzweiß arbeitet, den völlig anderen Blickwinkel. Mortagne, der seine Karriere als Filmemacher startete, hat für seine Videos die „Frangle“-Technik entwickelt, den „Fred Angle“, mit dem er, selbst auf dem Skateboard fahrend, seine Protagonisten wie bei einer Dolly-Fahrt begleitet und umkreist. Die besondere Perspektive sucht er auch in seiner Fotografie, in der er makellos ausgeführte Skateboard-Tricks – bei denen es weniger auf den Schwierigkeitsgrad als auf die Eleganz der Bewegung ankommt – vor der Kulisse einer dramatisch komponierten architektonischen Linienführung in Szene setzt.

Stefano Guindanis Blick hinter die Kulissen offenbart die Welt der Models nicht als Modebild, sondern als Bild eines Berufs. Oft zeigt er sie mit müden Augen, Grimassen, Lockenwicklern oder beim hastigen Gang von der Bühne in die Garderobe. „Backstage zu fotografieren wird aus mehreren Gründen immer wichtiger“, meint Guindani. „Es gibt die kommerziellen Gründe, um Produkte sichtbarer zu machen und die journalistischen, um die Show zu präsentieren. Aber vor allem geht es darum, authentische Fotos von den Models zu bekommen. Ohne Inszenierung und ohne Pose.“ Seinen Bildern merkt man die intuitive, fast unwillkürlich wirkende Herangehensweise an. Nicht selten verwischen sich die Strukturen, lösen sich Form und Körper der Models auf. Das verleiht den Aufnahmen etwas Sublimes und Übersinnliches.

 

2015

JH Engström JH Engström JH Engström Wiktoria Wojciechowska Wiktoria Wojciechowska Wiktoria Wojciechowska

JH Engström | Wiktoria Wojciechowska

Leica Oskar Barnack Award 2015

In seiner prämierten Serie „Tout va bien“ sammelt der schwedische Fotograf JH Engström Eindrücke in allen möglichen Stilarten, die mit seinen Emotionen korrespondieren – von Szenen einer Geburt über poetische Naturaufnahmen bis hin zu surrealen Portraits. Den frühen Teil seiner Karriere verbrachte er in Schweden und Frankreich. Nach Assistenzen bei Mario Testino und Anders Petersen, einem Film- und Fotografiestudium in Göteborg folgten verschiedene erfolgreiche Buchpublikationen sowie vielfache internationale Auszeichnungen.

Wiktoria Wojciechowska, in Lublin (Polen) geboren, portraitierte in ihrer Serie „Short Flashes“ chinesische Zweiradfahrer in den Städten Peking und Hangzhou auf ihrem Weg durch den Dauerregen. Ihre spontanen, unbemerkten Aufnahmen erzählen von der Wahrheit eines unverstellten Augenblicks. Auch ihre Arbeiten wurden bereits in diversen Ausstellungen und Festivals sowie Magazinen veröffentlicht.

 

2015

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Flash by Lenny Kravitz

Mit seiner ersten Fotoausstellung betritt Lenny Kravitz ein neues künstlerisches Terrain.

Von Kindheit an übten Kameras eine große Faszination auf ihn aus, doch erst in den letzten Jahren brachten befreundete Fotografen ihm die Grundlagen der Fotografie bei – mit einer Leica. Beeindruckt von den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, begann Kravitz eigene Werke zu erschaffen. Besondere Aufmerksamkeit legt er auf Effekte, die durch den Einsatz von Licht und während der Entwicklung der Fotos kreiert werden können. Als öffentliche Person, die selbst bereits unzählige Male von Fotografen, Paparazzi und Fans abgelichtet wurde, betrachtet er ästhetische Fragen aus einer einzigartigen Perspektive. In FLASH fängt Lenny Kravitz die Essenz eines Lebens als Rockstar ein, der ständig im Licht der Öffentlichkeit steht. Das Ergebnis liefert auf intensive Weise Aufschluss über den Fotografen und sein Thema. Mit FLASH beginnt ein neues aufregendes Kapitel seiner facettenreichen künstlerischen Karriere.

 

2015

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Enrique Badulescu

Anziehend anders

„Für das S Magazin hatte ich die Gelegenheit, all meine kreativen Register zu ziehen. Hier geht es nicht um normale Modefotografie. Jedes Bild soll den Betrachter auf eine andere Reise mitnehmen.“

Enrique Badulescu zählt zur ersten Riege heutiger Beauty- und Fashionfotografen. Expressivität und starke Gegensätze sind Teil seiner individuellen Handschrift. „Ich liebe Kontraste! Nicht nur bei Licht und Schatten, hell und dunkel, sondern vor allem auch bei Farben.” Legendär sind seine Inszenierungen unter Wasser. Seit 25 Jahren vertrauen internationale Label wie Hermès auf seine Fähigkeiten, ihren jeweiligen Markenkern in eine individuelle Bildsprache zu übersetzen. Für das S Magazin interpretierte er den „Geist“ der dort vorgestellten Label auf seine Art neu. Mit seiner scheinbar grenzenlosen Kreativität und einer sehr breit gefächerten Palette an Techniken verwirklicht er seine Vorstellungen von Mode, Beauty und Lifestyle. Er inszeniert Motive und Serien, die den Betrachter in den Bann ziehen, weil sie von Lebendigkeit erfüllt sind. Bei genauerem Hinsehen scheinen die Figuren auf den Bildern mit dem Publikum zu kommunizieren. Bewegung ist ein zentrales Merkmal seiner Werke, deshalb arbeitet Badulescu am liebsten in der Natur, vor allem im und am Wasser. Er schätzt die Unberechenbarkeit der Elemente, die jede Steifheit der Arrangements brechen und auf diese Weise eine Weichheit in seine Bilder tragen. Um für Abwechslung zu sorgen, hat er bei der Arbeit am S Magazin von Fall zu Fall auf Farben verzichtet. „Schwarzweiß ist sehr poetisch. Beim Betrachten ergibt das ein Gefühl, als ob man sich einen Antonioni-Film ansähe.“

Badulescu versteht es nicht nur mit der S-Kamera, sondern auch mit analogen Materialien und Techniken meisterhaft umzugehen. Im Handumdrehen entstehen Collagen oder Übermalungen, die einen oft vermissten „human touch“ in die Digitalfotografie bringen. Improvisation ist dabei für ihn die Schlüsseltechnik. Badulescu besitzt zudem die Fähigkeit, Zufälle und sogar Unglücke blitzschnell zu einem besonderen Merkmal seiner Bilder werden zu lassen. Charakteristisch ist die ihm eigene spielerische Leichtigkeit im Umgang mit Konzept und Materie, die ihn immer wieder neue visuelle Erzählweisen finden lässt. Das belegen die Serien, die exklusiv für das S Magazin entstanden sind, eindrucksvoll.

Enrique Badulescu wurde 1961 in Mexiko-Stadt geboren. Ausbildung an der damaligen Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München. Seine internationale Karriere begann in der Londoner Musikszene, als er Ende der 1980er-Jahre für das britische It-Magazin The Face arbeitete und die Rolling Stones fotografierte. Bald darauf wurde er für diverse Plattencover angefragt und für erste Kampagnen gebucht. Seine Arbeiten erscheinen in Magazinen wie Vogue, Elle und Harper’s Bazaar. Badulescu lebt in New York.

www.enriquebadulescu.com

 

2015

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Ralph Gibson

Mono

„Ich habe gelernt, dass ich überall da ein Bild machen kann, wo ich sehen kann. Mit Film bin ich oftmals an die Grenzen des Mediums gestoßen, mit der Monochrom konnte ich einen Schritt darüber hinausgehen.“

Jahrzehnte lang war Ralph Gibson – der Meister der Schatten und des eleganten Akts – überzeugt, dass die digitale Fotografie sich niemals mit der analogen wird messen können. Seit 1961 fotografiert der Amerikaner mit analogen Leicas. 2013 besuchte ihn Duncan Meeder, Besitzer des Leica Store Lisse/Henny Hoogeveen bei Amsterdam und machte ihm ein besonderes Angebot: eine „Ralph Gibson“-Edition der Leica M Monochrom, Prints und ein Buch – jeweils mit der Kamera entstanden. Gibson ließ sich darauf ein und begann kurz darauf, das erste Mal digital zu fotografieren.

In den folgenden Monaten entstand die Serie Mono mit der M Monochrom in zehn verschiedenen Ländern – eine Reise um die Welt in kontrastreichem Schwarzweiß. Die Bilder verknüpft auf den ersten Blick kein roter Faden miteinander. Alltägliche Straßenszenen, abstrakte Ausschnitte, makellose Körper – oftmals unbedeutende Momente, die aber in der Aufnahme zu einem spannungsreichen Spiel aus Linien, Licht und Dunkel verdichtet werden und in der Serie wieder ein harmonisches Ganzes ergeben.

Vor vielen Jahren hatte der große André Kertesz zu Gibson gesagt: „Ein Fotograf muss lernen, alles zu fotografieren.“ Gibson kommentiert in seinem Vorwort im Buch: „Also, wenn man sich so glücklich schätzen kann, einen solch guten Ratgeber zuhaben, dann ist es vielleicht weise, zu gehorchen.“ Die Bilder dieser Serie demonstrieren die Idee, dass es tatsächlich möglich ist, alles zu fotografieren.

Ralph Gibson wurde 1939 in L. A. geboren. Er studierte Fotografie bei der US Navy und am San Francisco Art Institute, arbeitete als Assistent von Dorothea Lange und Robert Frank. 1969 gründete Gibson den Verlag Lustrum Press. Mittlerweile sind über 40 Monographien mit Gibsons Arbeit erschienen.

www.ralphgibson.com

 

2014

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Claire Yaffa

100 Fotografen – 100 Porträts

„Fotografie ist einfach das, was ich bin. Dieses Geschenk schätze ich. Ich werde immer den anderen Fotografen dankbar sein, die dazu beigetragen haben, mir den Weg zu zeigen, sowie den Menschen, die mir erlaubten, sie zu fotografieren und mich in ihre Welt ließen.“

Das Porträt ist die Königsdisziplin der Fotografie. Die spezielle Dialogsituation zwischen Fotografen und Porträtiertem kann einer der intimsten Momente zwischenmenschlicher Kommunikation sein und es gehört nicht nur Meisterschaft, sondern vor allem auch Fingerspitzengefühl dazu, ein – für beide Seiten des Dialogs – gelungenes Ergebnis zu erzielen. Fragen der Selbstdarstellung, der Ähnlichkeit, der Interpretation und der Gestaltungsmöglichkeiten des Fotografen überlagern sich in jeder Porträtfotografie und am Ende steht die Zwiesprache des Betrachters mit dem Bild.

Auffälligerweise lassen sich die wenigsten Fotografen selbst gerne porträtieren, zu vertraut ist ihnen offenbar der Schutz hinter der Kamera. So ist Henri Cartier-Bressons überlieferte Zurückhaltung vor anderen Fotografen legendär. Lieber wollte er immer möglichst unauffällig sein, um besser beobachten zu können, als selbst im Mittelpunkt zu stehen. Diese Haltung verbindet ihn mit vielen prominenten Fotografen, die ebenfalls den Blick durch ihren Kamerasucher bevorzugen, statt sich vor der Kamera verhalten zu müssen.

Umso spannender ist die Galerie, die Yaffa in vielen Jahren von ihren Kollegen zusammengetragen hat. Und selbst Henri Cartier-Bresson machte für die Fotografin eine Ausnahme und ließ sich für ihr Projekt ablichten. Und das gleich mehrfach. In ihrem Langzeitprojekt hat die Fotografin mit leidenschaftlichem Interesse und sensiblem Gespür für den Moment mittlerweile ein Who’s who der großen Fotografenpersönlichkeiten zusammengetragen. Mit Blick auf diese Galerie kann man Cornell Capas Erfahrung nur zustimmen, als er feststellte: „Fürchten Sie sich nicht vor Claire Yaffa. Die Fotografien sind wundervoll und Ihre Bilder werden bleiben.“

 

2014

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Magic Moments

60 Jahre Leica M

Mit einer Leica zu fotografieren ist wie ein langer zärtlicher Kuss, wie das Abfeuern einer automatischen Pistole, wie eine Stunde auf der Couch des Analytikers.“ Henri Cartier-Bresson

Die Kamera ist ein Schlüssel zur Welt. Und insbesondere die Leica M hat den Weg zu besonderen Ereignissen und außergewöhnlichen Menschen geöffnet. Sie legitimiert für Kriegseinsätze und Sozialreportagen, eignet sich aber genauso für Street Photography, poetische Landschaftsbilder oder aber stille Porträts. Ohne Zweifel ist die Leica M nicht einfach nur eine Kamera. Sie ist legendär, für viele sogar ein Sammelobjekt oder Statussymbol. Sie ist weit mehr als das selbstverständlich zuverlässige, präzise Arbeitsgerät, denn jeder Fotograf entwickelt ein individuelles Verhältnis zu seiner Kamera. Eine Leica ist zugleich diskrete Beobachterin, blitzschnelle Komplizin und vertraute Begleiterin, die nicht nur jeden Tag perfekt funktioniert, sondern sie kann darüber hinaus auch eine magische Verbindung zu den größten Fotografen und bekanntesten Aufnahmen herstellen.

Zahlreiche Fotografien, die sich in das kollektive Bewusstsein eingebrannt haben sind mit der Leica M entstanden. Wichtige Momente des Weltgeschehens genauso wie die kleinen zufälligen Begegnungen des Alltags, Porträts von prominenten Zeitgenossen ebenso wie von namenlosen Unbekannten. In Magic Moments sehen wir Marilyn Monroe, Mutter Teresa oder die Beatles, aber auch anonyme Reisende, spielende Kinder und flüchtige Passanten. Jeder Fotograf hat seine eigene Bildsprache, so sind klar gestaltete Kompositionen gleichermaßen zu entdecken, wie perspektivische Verrätselungen. Ob schwarzweiß oder in Farbe: Die Jubiläumsauswahl aus sechs Jahrzehnten zeigt unvergessliche Momente in legendären Fotografien. Ein hochkarätiges Kaleidoskop voller Abwechslung und Überraschungen – ganz so, wie das Leben selbst.

Leica M: Diese einzigartige Messsucher-Systemkamera wurde 1954 mit der M3 erstmals präsentiert und bis heute hat sich der Familienstammbaum beständig erweitert. Doch selbst bei der Transformation hin zur digitalen Aufnahme blieb Kontinuität noch wichtiger als stetige Veränderung. Wenn es einen typischen fotografischen Stil der Leica M gibt, dann zeichnet er sich durch kreative Bilder aus, die mitten im Leben entstanden sind: Fotografien, die berühren, die eine Geschichte erzählen, die eine tiefere Einsicht in die Welt und den Alltag geben. Ganz einfach Fotografien, die jeden Tag den Mythos Leica M mit faszinierenden Ergebnissen erneuern, egal, ob sie nun von bedeutenden oder noch unbekannten Fotografen aufgenommen werden.

 

2014

01 Evgenia Arbugaeva_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 02 Julia Baier_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 03 Kirill Golovchenko_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 04 Jing Huang_Leica Camera AG, 10x10, 2014 Jing_Huang_NEU 05 Dominic Nahr_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 06 Thomas Ruff_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 07 Craig Semetko_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 08 Saga Sig_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 09 Alec Soth_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU 10 Amedeo M. Turello_Leica Camera AG, 10x10, 2014_NEU

Ausstellung 10x10

„10 x 10“ ist ein Projekt,, das mit zeitgenössischer Fotografie in die Zukunft weist und gleichzeitig eng mit der Vergangenheit verknüpft ist. Das Programm startete anlässlich des 100. Geburtstages der Leica Fotografie.

Die Leica Camera AG feiert am 23. Mai 2014 die offizielle Eröffnung des neuen Firmengebäudes im Leitz-Park Wetzlar. Im Rahmen der Feierlichkeiten wird auch die Leica Galerie im Leitz-Park eröffnet. Anlässlich des 100. Geburtstages der Leica Fotografie startet das Programm mit einer besonderen Ausstellung. „10 x 10“ ist ein Projekt, das mit zeitgenössischer Fotografie in die Zukunft weist und gleichzeitig eng mit der Vergangenheit verknüpft ist. Zehn Fotografen (Dominic Nahr, Julia Baier, Evgenia Arbugaeva, Craig Semetko, Kirill Golovchenko, Amedeo M. Turello, Alec Soth, Jing Huang, Thomas Ruff und Saga Sig) treten mit jeweils zehn Bildern in einen kreativen Dialog mit einem der großen Meister aus der Geschichte der Leica Fotografie und setzten sich mit seinem Werk fotografisch auseinander.

„Was gibt es Schöneres, als mit Freude und Stolz auf 100 Jahre Leica Fotografie zu schauen und gleichzeitig etwas Neues zu schaffen? Für die Auftaktausstellung haben wir uns genau das zur Aufgabe gemacht: neue Fotografien kreieren, die wie mit einem unsichtbaren Band mit der Vergangenheit, dem Erbe der Leica Fotografie, verbunden sind. So entstanden zehn hochkarätige Ausstellungen, die in ihrer Unterschiedlichkeit die Vielseitigkeit der Fotografie repräsentieren.
100 Bilder insgesamt – ein zeitgenössisches Kaleidoskop der Fotografie“, so Karin Rehn-Kaufmann, Generalbevollmächtigte für Leica Galerien International.

 

2014

Ciril Jazbec 1 Ciril Jazbec 2 Ciril Jazbec 3

Ciril Jazbec

Waiting to move

Ciril Jazbec, winner of the 2013 Leica Oskar Barnack Newcomer Award for emerging talents with his photo series “Waiting to move”, focuses on the everyday life and the dying traditions of the Inupiaq Eskimos in Shishmaref.

Situated on an extremely narrow island off the north west coast of Alaska, the village is jeopardized by the climate change and the consequent rise of the sea level. To preserve the community, the inhabitants voted in 2002 in favor of a complete resettlement of the village to the nearby mainland. Ever since then they have been waiting for the American government to appropriate the funds necessary to finance the move. Ciril Jazbec’s emotional images capture the mood of waiting and at the same time record the solidarity of a small community between tradition and modern times.

 

2014

Evgenia Arbugaeva 4 Evgenia Arbugaeva 1 Evgenia Arbugaeva 2 Evgenia Arbugaeva 3 Evgenia Arbugaeva 5 Evgenia Arbugaeva 6

Evgenia Arbugaeva

Tiksi

The winner of the competition is Evgenia Arbugaeva from Siberia with her photo series “Tiksi”. The theme of the series is everyday Arctic life in the photographer’s home town.

Once a strategic military and science hub in the middle of the Siberian tundra, the port has long lost its air of importance. After the fall of USSR, when government stopped financing it's northern projects more then a half of population have left the town in search for a better future. In haunting and poetic images, the photographer evokes the fascinating beauty of the Arctic icescape and the people who live there. Her images are stark and without distracting detail, presenting everyday scenes of life in the harsh environment that show how the inhabitants come to terms with the permanent cold. Despite the harsh conditions, the photographer paints a very affectionate picture of her homeland and the images exude an almost fairy tale-like charm.

 

2013

Ragnar Axelsson

Last Days of the Arctic

This exhibition is entitled “Last Days of the Arctic” and features black-and-white photos from the photo book of the same name by the Icelandic photographer Ragnar Axelsson. They have shown fascinating icescapes with gigantic glaciers as well as impressions from the everyday life of the Inuits, who earn their living by hunting seals, whales and polar bears.

The photos were taken near Kangertittivaq, better known as Scoresby Sund, a fjord system on the East coast of Greenland. This is the home of hunter Hjelmer Heimeken. Hunting is iconic to his cultural history, and he feels a deep respect for nature and its creatures. The conditions between ice and snow are hard enough, but made even tougher by the effects of the climate change that cause cracks in the ice and can cost the hunter his life. Hjelmer knows that he is risking his life every time he ventures out on the ice. But for him, this is the natural cycle: if he takes something from nature, he has to give something back in return – even if it’s his own life.

Ragnar Axelsson, known as RAX, lives in Reykjavik and ranks among the most successful photojournalists in Iceland. Born in 1958, he has already traveled the whole world, but his passion is for the people in Nordic regions. His photographs tell stories of their life and survival in breathtaking natural surroundings. The pictures bear witness to the magnificence of the landscapes and the steadfastness of people in a natural environment endangered by climate change. Axelsson has already won many awards for his photo essays, including an “honorable mention” in the prestigious Leica Oscar Barnack Award competition.

Die gezeigten Aufnahmen sind mit der Leica M Monochrom entstanden und können käuflich erworben werden. Preisangaben sind auf Anfrage erhältlich.

 

2013

Benedicte Lassalle

On My Side of Town

This exhibition is by the French photographer Bénédicte Lassalle and is entitled “On my side of town”. The photos were taken in the 17th arrondissement of Paris, where the photographer lived for a long time. Fascinated by her environment, she has captured scenes and impressions of her everyday life, giving them an almost mystic character. This is because the views Bénédicte Lassalle presents are not a true-to-detail copy of reality.

Each picture is a photomontage combining an urban panorama with a nature photo. The trees with their labyrinth of branches, buds and leaves seem like a fine veil through which the viewer looks into the soul of Paris. As a result, the urban silhouettes take on a poetic beauty. The French capital looks like something out of a fairy tale – the ordinary exudes a special kind of magic.

Born in Provence in 1975, Bénédicte Lassalle now lives and works in the USA. She is a member of the French photographers’ agency Agence Revelateur (www.agencerevelateur.fr). Photography is her vocation. Her ambition is to create photo documentation that reflects artistic quality and the vision of the author. She finds inspiration for her photographic projects in objects of everyday life. Her work has won several awards and featured in many publications. The exhibition “On my side of town” (French title: Par chez moi) will also be shown in the Galerie Imagineo in Paris from September 5th to 28th.

The exhibited photos were taken with a Leica M7 and a Leica Summilux-M f/1.4 /50mm ASPH. lens. They are available for sale (prices on request).

 

2013

James Whitlow Delano

Selling Spring - Sex Workers Series

The theme of the “Selling Spring: Sex Workers Series” exhibition is prostitution. The American photographer James Whitlow Delano took the photos in various countries, including Japan, China and Mexico. Fascinated by this sub-culture, he adopts an extremely discreet approach. After all, his reportage is a risky undertaking. He is under constant observation – by pimps, clients, the police and the prostitutes themselves. This means he has to work quickly and inconspicuously, so the black-and-white series is exclusively composed of snapshots – the viewer will not find any arranged portraits here.

Delano’s photos give us a backstage view of the sex industry. He is interested in the personal stories of the young men and women who do this job, as these stories are as varied as the motives that drive them to prostitution. Whether poverty, violence or hopelessness, every one of them has their own particular tragedy and deserves respect. The photographer shows the human beings behind the sex façade in an attempt to give them back part of the dignity they lost long ago.

Born in 1960, James Whitlow Delano is currently living in Tokyo. He has already worked in Asia for many years, mainly on long-term projects focusing on human rights, the environment and culture. His photographs, most of which are black and white, have been featured in magazines all over the world, such as the New York Times Magazine, Geo, Mare and Time Asia. He has already won many awards, for instance the Alfred Eisenstaedt Award, an honorable mention in the 2006 Leica Oskar Barnack Award and the Picture of the Year International Award.

The photos in the exhibition were taken with Leica M2 and M6 analog rangefinder cameras.

 

2013

Nick Rains

Elevated Perspectives

The “Elevated Perspectives” project comprises ten large-format aerial photos taken by photographer Nick Rains from a Cessna 172. In the year 2011, Rains spent roughly 12 months touring the South West of Australia to document the region from the ground. When he was given the opportunity to take photos from the air he was immediately delighted with the result.

Aerial photography may not be a new genre, but these photos never cease to lose their fascination due to the different perspective they offer. The viewer is given the chance to see the world with different eyes and discover it anew. Looking with a bird’s-eye view, the familiar environment becomes an adventure waiting to be explored.

Nick Rains’ career as a photographer began about 30 years ago, starting in Europe in the eighties and continuing in his home country Australia from 1990 onwards. His work has already been published all over the world in books, newspapers, calendars and magazines.

The exhibited photographs were taken with the Leica S medium-format system and 70 mm and 120 mm lenses, and are available for sale (prices on request).

 

2013

Yan Kang Yang 1 Yan Kang Yang 2 Yan Kang Yang 3

Yan Kang Yang

Tibetan Land

The photo series “Tibetan Land” of the Chinese photographer Yan Kang Yang gives insights into the life of Tibetans, who have one of the most mysterious cultures in China. A key theme of the project is the strong power of faith. The way the Tibetan Chinese live out their faith and pray to Buddha even under the harshest conditions – sometimes at altitudes of 4000 meters – exerts a great fascination, which the award-winning photographer has captured in impressive images. The most striking feature of the black-and-white photos is the peace they emanate. The viewer clearly senses the deep-rooted affinity of the people with their religion, philosophy and culture.

Born in 1954, Yang began his career as a photographer for a small local newspaper. He exhibited his work for the first time in 1988. His first exhibition in Germany in 1992 led to a large number of international projects. In 2005, Yang’s photo report “Der lange Marsch zum lieben Gott” in GEO magazine earned him a Henri Nannen prize, an award honoring outstanding journalistic work, in the “Best Photo Reportage” category.

The displayed images were photographed with a Leica MP camera and Leica Summilux-M 1.4/35 mm lens and are available for sale (prices on request).

 

2013

Udo Bernhart 1 Udo Bernhart 2

Udo Bernhart

Südtirol kulinarisch

In his photo project “Culinary South Tyrol”, photographer Udo Bernhart takes the viewer on a culinary trip round Italy’s northernmost province. This is a region where nearly everything grows, a place where the easy-going Mediterranean lifestyle meets Alpine down-to-earthness.

And the cuisine, boasting a long list of award-winning chefs, combines the best of both worlds. Sometimes, however, it’s the plain delights that make the difference: bread from home-grown grain, wine from steep little vineyards or home-made fruit spreads. These products are made by people who live for their ideas. Only the best ingredients are good enough for them. The photographer has captured the culinary highlights in colorful pictures – a real treat for fans of German-Italian food – and shows the pride of all those responsible for their production. The Book “Südtirol kulinarisch” (Culinary South Tyriol) by Monika Kellermann, photographed by Udo Bernhart, was published by “Collection Rolf Heyne”.

Udo Bernhart has worked as a free-lance photographer and photojournalist for more than 35 years. Born and bred in the Vinschgau region and deeply rooted in the South Tyrolean landscape, his assignments have already taken him all over the world, for instance to Terra del Fuego, China, Alaska and Camchatka. His work has been featured in German and international magazines. As well as many photo reports, he has published over 60 photo books.

The photos in the exhibition were taken with a Leica M9. They are available for sale (prices on request).

 

2013

Frank Hallam Day & Piotr Zbierski 2 Frank Hallam Day & Piotr Zbierski 1

Frank Hallam Day & Piotr Zbierski

Gewinner des Oscar Barnack Preises 2012

First prize highly prestigious photography competition, the ‘Leica Oskar Barnack Award 2012’, goes to US photographer Frank Hallam Day for his portfolio entitled ‘Alumascapes’.

Throughout his career as a photographer, Frank Hallam Day has concerned himself with many different aspects of the medium. Following numerous projects with a focus on political issues, his work has now increasingly turned towards exploring the relationships between man and the environment. For this, he shoots predominantly at night to reveal a suggestive and ambiguous side of the world. The latest example of this is illustrated by his winning portfolio ‘Alumascapes’. This photographic project shows the results of a month-long journey through Florida. In his images, Frank Hallam Day depicts the phenomenon of man and his environment in a unique manner and makes recreational vehicles (RV’s) – ultra-modern, high-tech and luxury homes on wheels – the brightly lit and dazzling stars of his pictures. They seem to be inextricably entwined in the jungle landscapes of Florida at night and appear as essential islands of security in a dark and hostile environment. They protect their owners with a feeling of safety and comfort in the lap of luxury. Of course, this form of escape no longer has much to do with the love of nature, relinquishing everyday luxuries or winding down. Frank Hallam Day’s images reveal that the relationship between man and the environment is more ambiguous than ever before.


Piotr Zbierski is the winner of the ‘Leica Oskar Barnack Newcomer Award 2012’ with his portfolio ‘Pass by Me’.

‘Pass by me’, the winning portfolio, represents the culmination of a project on which Polish photographer Piotr Zbierski has been working for five years. In his long-term project entitled ‘White Elephant’, the photographer explores the expression of emotions and the question of to what extent they can alter reality. In this, he is particularly fascinated by chance encounters. His view of people in the role of an impartial observer, fleeting encounters with strangers – without prior knowledge of his subjects – enables him to see what is pure and essential: people and their entire world of emotions. In the words of Piotr Zbierski, ‘I chose photography because it lets me get very close to people. It is the only medium with a directness that lets me show the existence of the imagination in the real world.’ In his images, he concentrates on faces, gestures, the expression of feelings and relationships. His images have no pretension of being original, but instead are authentic. They depict scenes from the heart of life itself, captured at a wide variety of locations. The majority were shot on journeys through Eastern Europe and India. Although the portfolio appears to have a random structure at first sight, an underlying order and relationship exists between the images. Together they build an entirety and relate a story of happiness, memories and encounters characterised by the photographer’s own particular style.

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